Nein sagen ohne schlechtes Gewissen – warum Grenzen Führung sind

Shownotes

In dieser Episode erfährst du:

● Warum ausgerechnet Menschen mit viel Verantwortung am schwersten Nein sagen – vier Gründe, von denen der wichtigste selten benannt wird ● Warum jedes Ja gleichzeitig ein Nein ist – und warum wir dieses Nein nur dann spüren, wenn der Adressat vor uns steht ● Weshalb das schlechte Gewissen nicht durch das Nein entsteht, sondern durch die Art, wie wir es aussprechen ● Warum der zweite Grund immer der Anfang der Verhandlung ist ● Wieso dein Nein die Menschen um dich herum nicht schwächer macht, sondern selbstständiger

Die beiden Übungen aus der Folge

Übung 1: Der Stille Adressat (ca. 10 Minuten)

Geh deinen Kalender der letzten Woche durch und markiere fünf Situationen, in denen du spontan Ja gesagt hast – ohne dass du wirklich überlegt hättest. Der Termin, der reingerutscht ist. Das „Ja, mach ich" im Vorbeigehen. Schreib zu jeder dieser fünf Situationen einen einzigen Satz: An wen oder was habe ich in derselben Sekunde Nein gesagt? Werde dabei konkret. „An mich selbst" gilt nicht – das ist die bequeme Antwort. Konkret heißt: an meinen Sohn, an meinen Rücken, an das Projekt, das seit vier Wochen liegt. Wiederhole die Übung alle zwei bis drei Wochen. Du beginnst dann, den Preis eines Ja zu erkennen, bevor du es aussprichst.

Übung 2: Das Nein in drei Sätzen

● Satz 1 – Anerkennung ohne Entschuldigung: „Danke, dass du an mich denkst." Nicht: „Es tut mir so leid." Eine Entschuldigung setzt einen Fehler voraus. Du hast keinen gemacht. ● Satz 2 – Entscheidung ohne Kaskade: „Das mache ich nicht." Maximal ein Grund. Wer zwei Gründe nennt, eröffnet die Verhandlung. ● Satz 3 – was stattdessen gilt (optional): „Was ich anbieten kann: Montag, dreißig Minuten." ● Zwischenstufe, wenn das direkte Nein noch zu groß ist: „Ich gebe dir morgen um zehn Uhr eine verbindliche Antwort." ● Und danach: die drei bis fünf Sekunden Stille aushalten. Nicht nachlegen, nicht weichspülen.

Die drei Takeaways ● Jedes Ja ist gleichzeitig ein Nein. Die Frage ist nie, ob du Nein sagst – sondern wer die Rechnung bekommt und ob diese Person sich wehren darf. ● Das schlechte Gewissen kommt nicht vom Nein, sondern von der Art, wie du es sagst. ● Grenzen sind kein Rückzug aus der Verantwortung. Sie sind die Bedingung dafür, sie über Jahre tragen zu können.

Du möchtest an der Ebene darunter arbeiten? Wenn du merkst, dass dieses Thema bei dir nicht an der Formulierung hängt, sondern an der Frage, wofür du eigentlich Ja sagst: Genau daran arbeite ich mit Führungskräften und Unternehmern – im Einzelcoaching und in meinen Mentoring-Programmen auf Basis des Inneren Navigationssystems (INS).

Kontakt Website: www.langner-coaching.de LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/andreas-langner-coaching/ Instagram: https://www.instagram.com/andreas_langner_coaching/

Transkript anzeigen

00:00:03: Willkommen bei mentales Souveränität.

00:00:07: Ein Podcast für Menschen, die klar denken und klar entscheiden wollen von und mit Andreas Langner.

00:00:15: Es ist Freitag, achtzehn Uhr und siebenundvierzig Minuten.

00:00:21: Katharina steht in ihrem Büro hat ihre Jacke schon in der Hand schaut kurz auf ihr Handy und sieht nur drei Nachrichten von ihrer Tochter Mia.

00:00:30: Die erste um sechzehn uhr zwölf Mama Denkt dran, neunzehner dreißig Ausrufe zeichnen.

00:00:37: Die zweite umsebzehnundvierzig.

00:00:40: nur zwei Worte und ein Geigen-Emoji.

00:00:43: Bin da!

00:00:45: Und die dritte vor genau vier Minuten.

00:00:48: Kommst du Frage Zeichen?

00:00:51: Katharina ist viertzig Jahre alt.

00:00:54: Bereitsleiterin führt sechzig Mitarbeitende.

00:00:57: Elf Jahre ist sie im Unternehmen erfolgreich Tätig.

00:01:01: Sie ist die Person, bei der die Dinge ankommen und von der sie in geordneter Form wieder heraus kommen – so beschreibt sie wortwörtlich ihre Haltung, ihre Tätigkeit.

00:01:11: Wenn man also in diesen Unternehmen etwas wissen will wie es wirklich läuft dann kann man gut und gerne zu Katharina gehen und sie fragen.

00:01:19: Heute Abend spielt Mia, ihre Tochter ihr erstes Schulkonzert.

00:01:25: vier Monate Vorbereitung.

00:01:27: Katharina hat den Termin gefühlt dreimal im Kalender eingetragen, in verschiedenen Farben sogar.

00:01:34: Nun greift sie zur Tür klinke und genau in dem Moment steht Thomas im Türrahmen – ihr Kollege!

00:01:40: Du Kathi, kannst du mal kurz?

00:01:42: Und jetzt kommt der Teil, den ich dich bitte sehr genau mitzuverfolgen.

00:01:47: Denn was in den nächsten zwei Sekunden passiert entscheidet über den ganzen Abend und deutlich darüber hinaus.

00:01:56: Katharina weiß, was kurz bedeutet.

00:01:59: In elf Jahren war kurz noch nie kurz – kurz bedeutet mindestens fünfzehn bis dreißig Minuten.

00:02:07: Sie weiß das!

00:02:08: Sie weiß es sofort!

00:02:11: Sie spürt auch etwas körperlich, sie nimmt ihre Empfindungen wahr.

00:02:15: vielleicht die Enge im Brustkorb ein winziges Zögern Ein halber flacher Atemzug, der nicht ganz durchgeht.

00:02:21: Ihr Körper sagt nein bevor ihr Kopf überhaupt eine Meinung hat und dann hört sie sich fast automatisiert sagen klar komm rein!

00:02:33: Sie kommt um neunzehn Uhr zweinfünfzig an das Schule an.

00:02:36: Das letzte Stück wird gespielt.

00:02:38: Mir spielt gerade den Schlussteil.

00:02:40: Katharina steht hinten an der Tür Hat ihre Jacke noch an aber sie klatscht mit Im Auto.

00:02:47: auf dem Rückweg ist es erst mal still.

00:02:50: Dann sprüht mir ihre Tochter das Schweigen und sagt, war nicht schlimm Mama!

00:02:56: Und dann nach einer kleinen Pause die vielleicht nur zwei Sekunden gedauert hat und trotzdem länger ist als der ganze Abend Ich habe eh nicht mehr geguckt ob du da bist.

00:03:08: Das ist der Satz der bleibt.

00:03:10: Da steckt kein Vorwurf drin.

00:03:11: Nein Es ist sogar ein Verzicht auf den Vorwurf.

00:03:16: Ich habe eh nicht mehr geguckt, ob du da bist.

00:03:19: Und jetzt die entscheidende Frage.

00:03:22: Warum hat Katerina Jages sagt?

00:03:24: Nicht weil Thomas Druck gemacht hätte, er war freundlich wie immer, er hat einfach ganz normal gefragt und auch nicht weil Thomas irgendetwas ganz besonders Wichtiges gehabt hätte!

00:03:34: Es war gar nicht mal so wichtig.

00:03:36: das hätte man genauso gut am Montag klären oder besprechen können.

00:03:39: sie hat Ja gesagt, weil sich ein Nein genau in dieser Sekunde einfach teuer angefühlt hat, viel teurer als ein verpasstes Konzert.

00:03:50: Und genau darum geht es heute!

00:03:53: Bevor wir zu Katharina zurückkommen will ich mal kurz den Raum erweitern und einen Rahmen aufziehen Denn das Problem ist nicht nur persönlich Es ist ein strukturelles Problem unserer Gesellschaft.

00:04:06: Wir leben in einer Arbeitswelt in der Grenzen weitgehend abgeschafft wurden und zwar nicht aus bösen Willen sondern aus Fortschritt Remote Work, Work-Life Balance.

00:04:18: Der Arbeitsplatz ist kein fester Ort mehr.

00:04:21: Er ist vielmehr ein Zustand – der Schreibtel steht mal im Wohnzimmer, mal arbeitet man im Zug, mal aus der Küche heraus!

00:04:29: Ein weiterer Grund die Zeitgrenze ist gefallen.

00:04:32: Dieses sogenannte Asynchronis arbeiten sollte ursprünglich vom Grundgedanken her Freiheit bringen was auch absolut richtig ist.

00:04:39: in der Praxis heißt es aber jedoch oft Es kann jederzeit etwas kommen und es kommt auch jederzeit was, wenn wir mal ganz ehrlich zu uns sind.

00:04:49: Und der dritte Punkt – die soziale Grenze ist gefallen.

00:04:53: zwischen der Nachricht des Vorstands, die vielleicht als WhatsApp-Nachricht reinkommt und der der Tochter liegen auf dem Display exakt vier Millimeter zumindest auf meinem iPhone.

00:05:05: Dazu kommt eine Sprache, die uns täglich erzählt welches Verhalten belohnt wird Du musst Teamplayer sein, Hands-on-Mentalität.

00:05:13: Macher, Kümmerer!

00:05:15: Für all das gibt es Wörter mit positiven Klang.

00:05:19: Für die Person, die sagt... Nein, das mache ich jetzt nicht.

00:05:24: Für diese Person gibt es keines – zumindest kein wertschätzendes.

00:05:29: Und es kommt noch etwas hinzu, dass mir in der Arbeit mit Führungskräften immer wieder begegnet.

00:05:35: Eine Generation von Führungskräften die gelernt hat das gute Führungen bedeutet nahbar zu sein.

00:05:42: Empathisch ansprechbar!

00:05:44: Das ist im Kern absolut richtig und es eine enorme Fortschritt gegenüber der Führer die viele von uns selbst auch ich erlebt haben.

00:05:53: aber Es hat eine Schattenseite über die kaum jemand spricht Aus.

00:05:59: Ansprechbar ist bei vielen immer verfügbar geworden und das ist nicht dasselbe.

00:06:05: Das ist eine Haltung, das andere ist ein Zustand ohne

00:06:12: Ausschalknopf.".

00:06:13: Der Organisationspsychologe Adam Grant hat in seiner Forschung zu Gebern und Nehmann etwas beschrieben, dass genau hierher passt.

00:06:23: Menschen die viel geben finden sich in Organisationen an zwei Stellen wieder Ganz unten ausgebrannt, ausgelaut vielleicht sogar ausgenutzt.

00:06:33: Und ganz oben.

00:06:35: der Unterschied liegt nicht darin wie viel sie geben.

00:06:39: Der Unterschied liegt darin ob Sie Steuern wann sie geben und an wen sie geben.

00:06:46: Steueren heißt hier bewusst entscheiden und entscheiden heißt zwangsläufig auch an einer anderen Stelle nein zu sagen.

00:06:58: Man könnte annehmen, dass Menschen mit Verantwortung besonders gut grenzen ziehen können.

00:07:04: Sie haben ja eine Autorität wenigstens der Position halber – sie haben Handlungsspielraum!

00:07:11: Sie haben in aller Regel keine Angst um ihren Job!

00:07:15: Meine Erfahrung in der Praxis ist jedoch das Gegenteil.

00:07:19: Je mehr Verantwortung jemand trägt, desto schwerer fällt ihm oftmals das Nein und hierfür gibt es vier gute Gründe.

00:07:29: Das Nein trifft die eigene Identität.

00:07:33: Frag jemanden wie Katharina, wer sie im Unternehmen ist und du bekommst deine Antwort in die Richtung.

00:07:38: ich bin die auf die man sich verlassen kann.

00:07:42: Das sind super Satz!

00:07:44: Aber so super dieser Satz auch ist zu schön –so gefährlich ist er auch im Gegensatz.

00:07:50: Denn wenn dein Selbstbild darauf aufgebaut ist verfügbar zu sein dann ist doch jedes Nein nicht nur eine Terminanfrage.

00:07:59: jedes Nein Dass ich ausspreche, ist doch ein kleiner Riss in meiner Identität.

00:08:04: Du sagst Gefühl nicht nein zu einer Aufgabe, du sagst Nein zu der Person für die du dich hältst.

00:08:12: Deshalb ist doch die Frage Warum kannst du nicht einfach Nein sagen so wirkungslos?

00:08:18: Sie behandelt letztendlich eine Identitätsfrage wie ein Terminproblem Hast du Zeit, hast du keine Zeit.

00:08:26: Aber es geht hier um die persönliche Identität!

00:08:31: Zweitens Harmonie Die in Wirklichkeit eher Konfliktvermeidung bedeutet oder Konfliktvermeydung ist?

00:08:41: Viele nennen es Teamguides.

00:08:42: Ehrlicher wäre oft die Vermeidung eines unangenehmen Moments von vier Sekunden und hier lohnt sich der Blick auf die Rechnung.

00:08:51: Wir vermeiden vielleicht vier Sekunde lang Unbehagen wenn wir nein sagen und kaufen dafür vierzig Stunden Arbeit ein.

00:09:00: Kein Mensch würde diesen Handel bewusst eingehen, wir gehen ihn nicht nur bewusst ein sondern unbewusst.

00:09:12: Dritter Punkt die Kontrolle.

00:09:14: Wenn ich das nicht mache wird es nicht gut Das Unangenehme daran.

00:09:20: oft stimmt es vielleicht sogar.

00:09:22: Du bist vielleicht die Person die es am besten kann Und trotzdem ist das die teuerste Wahrheit, denn jedes Mal wenn du sie anwendest verhinderst Du dass jemand anderes etwas lernt.

00:09:37: und Du sorgst dafür dass die Aussage beim nächsten mal noch ein bisschen wahrer wird.

00:09:43: ich bin derjenige der es richtig und gut kann.

00:09:47: Das verhindert auch ein Nein!

00:09:52: Das ist der Grund, der alle anderen zusammenhält und der am seltensten benannt wird.

00:09:58: Wer nicht weiß – nicht genau weiß – wozu er ja sagt kann ummöglich wissen, wozu ihr nein sagen muss!

00:10:06: Warum ist das so?

00:10:07: Ein Nein braucht immer einen Bezugspunkt.

00:10:11: Ohne Bezugpunkt ist ein Nein nur eine Verweigerung und deshalb fühlt es sich auch so an mit Betzugspunkt ist ein Nein eine Konsequenz Und damit treffen wir den Kern.

00:10:25: Es gibt viele Ratgeber, die dir Formulierungen für ein Nein anbieten.

00:10:29: Die sind an sich nicht falsch und ich gebe dir gleich selbst welche mit aber sie greifen zu kurz weil Sie am Ende der Kette ansetzen.

00:10:38: das Nein ist nicht der Anfang.

00:10:40: es ist das Ergebnis eines Verhaltens einer Strategie eines Musters.

00:10:46: in meinem Modell er arbeite ich im Inneren Navigationssystem oftmals Themen, die genau in diese Richtung gehen.

00:10:55: Der Gedanke dahinter jeder Mensch trägt ein System an sich das ihn durch Entscheidungen führen kann wenn es gut und richtig kalibriert ist.

00:11:04: Und der Prozess dieses Systems hat fünf Schritte.

00:11:08: ich lege ihn einfach mal auf Katharinas Türrahmen Auf diese zwei Sekunden als Thomas in dem Türrahm stand.

00:11:17: Was wäre der erste Schritt?

00:11:18: Wahrnehmend.

00:11:19: Der Körper weiß es zuerst, das sind verhaltensweisen Automatismen die unbewusst hochgefahren werden – Die Enge im Brustkorb, das Zögern, der halbe Atemzug.

00:11:29: Katharina hat das gespürt.

00:11:31: sie hat es nur nicht ernst genommen.

00:11:32: Sie ist darüber hinweggekommen.

00:11:34: Wahrnehmen heißt nicht mehr zu fühlen.

00:11:38: Es heißt dass was ohnehin da ist Nicht zu überhören Also nicht noch mehr fühlen, sondern wahrnehmen was jetzt im Moment ist.

00:11:49: Verstehen?

00:11:50: Ist der nächste Schritt.

00:11:52: Wessen Stimme sagt er eigentlich?

00:11:55: Sei nicht so kompliziert!

00:11:56: Bei Katharina ist es nicht Thomas.

00:11:59: Es ist ein Satz vielleicht aus ihrer Jugend den sie hundertmal gehört hat und der bis heute mitläuft.

00:12:05: stelle ich nicht an Jetzt komm mach mal bricht ihr doch kein Zacken aus der Kohle.

00:12:11: Dann, der dritte Schritt ausrichten.

00:12:13: Wofür habe ich heute schon ja gesagt?

00:12:16: Bei Katerina steht die Antwort dreimal farbig im Kalender.

00:12:19: Dazu hat sie ursprünglich Ja gesagt!

00:12:22: Neunzehn Uhr Dreißig.

00:12:23: Mir.

00:12:23: Konzert – das war der Termin den Sie sich eingetragen hat.

00:12:27: Ja, sie war längst vergeben.

00:12:29: es gab kein Terminspielraum mehr.

00:12:31: Es war einfach nicht präsent in Ihrem Kopf in dem Moment als Thomas gefragt hat.

00:12:39: Und der vorletzte Schritt entscheiden, was ist der Schritt den die meisten überspringen?

00:12:45: Sie fühlen etwas.

00:12:47: Sie verstehen sogar etwas und reagieren dann trotzdem wieder aus dem alten Muster heraus.

00:12:53: Entscheidend heißt wählen nicht irgendwo hinein zu rutschen – aus alten Erfahrungen, alten Mustern heraus!

00:13:02: Ja, und der letzte Punkt handeln.

00:13:04: Das wäre in dem Fall das Aussprechen – und danach auch die Stille auszuhalten!

00:13:09: Nein ich habe heute keine Zeit mehr.

00:13:12: Ich muss ins Konzert zu meiner Tochter mir.

00:13:15: Punkt.

00:13:17: Stille aushalten.

00:13:19: Zwei Säulen des Modells arbeiten hier immer zusammen.

00:13:23: Die innere Klarheit?

00:13:24: Sie liefert das wofür Die Selbstwirksamkeit liefert die Kraft, es auch auszusprechen.

00:13:31: Das ist oftmals die größte Hürde und die emotionale Stabilität ist das was dich die drei unangenehmen Sekunden danach durchhalten lässt ohne alles wieder zurückzunehmen bei dem Nein zu bleiben.

00:13:45: Und jetzt der Punkt, der mir hier wichtig ist zwischen Wahrnehmend und Handeln lagen bei unserem Beispiel bei Katharina an diesem Freitag ungefähr zwei Sekunden!

00:13:57: Souveränität entsteht also nicht in der Formulierung – sie entsteht in diesen Zwei Sekunden.

00:14:04: wie ich mich verhalte, Ich möchte dich bitten, für die nächsten anderthalb Minuten wirklich mal zuzuhören.

00:14:13: Auch wenn du gerade läufst, fährst in den öffentlichen Verkehrsmitteln sitzt oder Geschirr spielt egal was du machst als du meinen Podcast diese Folge hier gemeinsam anhörst mit mir.

00:14:25: Denn hier liegt der Kern der Folge Du sagst nie nur Ja!

00:14:32: denn jedes Jahr ist gleichzeitig ein Nein.

00:14:36: Wie meine ich das?

00:14:37: Ich wiederhole es gerne noch mal, du sagst nie einfach nur Ja.

00:14:41: Jedes Jahr beinhaltet zeitgleich auch ein

00:14:44: Nein.".

00:14:45: Als Katharina an diesem Freitag – klar komm rein!

00:14:49: gesagt hat zu ihrem Kollegen Thomas, hat sie in den ersten Sekunden einen Nein ausgesprochen.

00:14:54: Sie hatte es nun nicht laut gesagt und dieses Nein hatte einen ganz klaren Adressaten.

00:15:00: Der Adressat hieß Mia, ihre Tochter.

00:15:03: Mia stand nicht in der Tür Sie war ja schon in der Konzerthalle.

00:15:08: Und genau das ist der Grund, warum wir uns bei einem Nein oftmals schuldig fühlen und bei einem Ja nicht!

00:15:15: Es liegt nicht daran dass das Jahr richtig wäre.

00:15:19: es liegt daran wo die Rechnung zugestellt wird und die Rechnung bekommt in dem Fall mehr.

00:15:26: Wenn du nein sagst steht die Person die den Preis zahlt direkt vor dir.

00:15:32: Du siehst ihr ins Gesicht.

00:15:34: Du bekommst die Reaktion in Echtzeit mit und wenn du Ja sagst, bekommt die Person, die den Preis zahlt, die Rechnung per Post also verzögert nach Hause später meistens abends manchmal vielleicht in Situationen Jahre später und hier in unserem Beispiel im Auto.

00:15:52: Die Frage ist also nie sage ich nein oder nicht?

00:15:55: Die Frage is immer nur Wer bekommt die Rechnung zugestellt und darf diese Person sich dagegen wehren?

00:16:03: Katharina als Tochter durfte es nicht.

00:16:06: Sie hat das auch gar nicht versucht, sie hat einfach aufgehört zu schauen ob ihre Mutter da ist.

00:16:12: Das ist der Preis!

00:16:14: Und er steht in keinem Kalender.

00:16:18: Schauen wir uns mal eine Übung an.

00:16:21: Diese Übung machst du nur einmal – sie dauert etwa zehn Minuten.

00:16:25: Du brauchst dein Kalender der letzten Woche und ein Blatt Papier.

00:16:29: Halte gerne die Podcast an, wenn du diese Übung gleich mit mir machen möchtest.

00:16:36: Schritt eins Geh dir letzte Woche durch und markiere fünf Situationen in denen du spontan ja gesagt hast.

00:16:45: Spontan heißt ohne dass du wirklich überlegt hast oder dass du die Konsequenzen abgewegt hast.

00:16:51: Der Termin der Reinruldste das Ja mach ich schnell im Vorbeigehen Die Zusage in der Mittagspause In der Kaffee-Küche, wo auch immer.

00:17:02: Im zweiten Schritt schreibt für jede dieser fünf Situationen einen einzigen Satz auf.

00:17:09: An wen oder was habe ich in derselben Sekunde neigesagt?

00:17:15: An wen und was hab' ich in der selben Sekunden neigesag'?

00:17:21: Als sich zu einer anderen Person ja sagte.

00:17:23: Schritt drei werde nun konkret an dich selbst An mich selbst gilt hier nicht.

00:17:32: Das ist die bequeme Antwort, hinter der man sich verstecken kann.

00:17:37: Korrekt heißt es an meinen Sohn, an meinen Rücken, an das Projekt, dass ich mir eigentlich vorgenommen habe, was mir am wichtigsten ist und das eigentlich vielleicht schon seit Wochen rumliegt – an den Abend, an dem ich einmal vor zwanzig Uhr im Bett sein wollte!

00:17:55: Dazu Hattest du Nein gesagt?

00:17:58: Das meine ich mit konkret.

00:17:59: Schreib konkret auf zu wen Du Nein gesagt hast, obwohl Du eigentlich ein Jahr ausgesprochen hast.

00:18:08: Fünf Situationen, fünf Adressaten mehr nicht!

00:18:14: Was Du damit entwickelst wenn Du diese Übung regelmäßig machst alle zwei drei Wochen reicht völlig aus.

00:18:20: wenn es Dir reinpasst Passiert etwas ganz Interessantes.

00:18:24: Du beginnst den Preis eines Jahres zu spüren, bevor du es aussprichst – nicht danach wenn die Reue kommt oder irgendwie ein unangenehmes Feedback entsteht.

00:18:35: Vorher schon!

00:18:36: Das ist trainierte Wahrnehmung und sie ist die erste Stufe der inneren Klarheit.

00:18:41: Wahrnehnung ist keine Eigenschaft, die man hat oder die man nicht hat.

00:18:47: Wahrnehmung ist eine Fähigkeit, die sich durch Wiederholung zur Routine etabliert.

00:18:53: Die sich schärft – die wächst genau wie ein Muskel!

00:18:58: Im Alltag zeigt sich das ganz konkret so.

00:19:00: der Moment im Türrahmen Dehnt sich, aus zwei Sekunden werden fünf.

00:19:05: In diesen fünf Sekunden triffst du zum ersten Mal seit Jahren wieder eine Entscheidung statt einer Reaktion ein Automatismus abzuspulen – das ist der ganze Unterschied zwischen Getriebensein und Führung!

00:19:19: Und er ist überraschend klein.

00:19:24: Ich habe dir noch ne zweite Übung gemacht.

00:19:27: Jetzt kommen wir zu dem zweiten Teil und dazu muss ich mit einer Beobachtung anfangen die dich vielleicht überrascht Das schlechte Gewissen entsteht nicht durch das Nein.

00:19:38: Es entsteht durch die Art, wie die meisten Menschen dieses Nein sagen!

00:19:44: Der typische Ablauf klingt doch eigentlich so... Oh, also das ist gerade echt schwierig weil ich noch an dem Projekt arbeite und dann habe ich keine Zeit.

00:19:54: Dann ist da noch eine Sache die ich fürs Reporting vorbereiten muss und eigentlich wollte ich diese Woche auch mal wieder zum Sport.

00:20:01: Also tut mir echt total leid!

00:20:03: Ich fühle mich grad total überfordert.

00:20:04: Nein, ich kann das nicht.

00:20:06: Was der andere hört?

00:20:08: Da isst eine Lücke.

00:20:10: Ich muss nur eines dieser Argumente entkräften, dann kippt es diese Rechtfertigung.

00:20:15: Was man gerade alles macht wo man noch hingehen möchte?

00:20:19: Ist das die ihm diese Lücke signalisiert was du dir selbst signalisiert.

00:20:25: ich habe etwas getan wofür mich rechtfertigen muss!

00:20:28: Ich habe ein Nein ausgesprochen und liefer jetzt noch Argumete die dieses Nein zementieren sollen.

00:20:35: Beides ist falsch und beides erzeugt das schlechte Gewissen.

00:20:40: Deshalb hier ein kleines Format.

00:20:42: Drei Sätze, Satz eins Anerkennung ohne Entschuldigung.

00:20:47: Danke dass du an mich denkst oder ich verstehe das.

00:20:50: dringend ist Nicht.

00:20:51: ah das tut mir so leid.

00:20:53: eine Entschuligung setzt immer einen Fehler voraus.

00:20:56: Du hast keinen gemacht.

00:20:59: Der zweite Satz ist praktisch die Entscheidung.

00:21:03: Das mache ich nicht Oder Ich bin diese Woche nicht frei.

00:21:07: Maximal ein Grund.

00:21:09: Und jetzt die wichtigste Regel dieser ganzen Folge, der zweite Grund ist immer der Anfang der Verhandlung.

00:21:16: Wer zwei Gründe nennt signalisiert.

00:21:18: ich bin selbst nicht überzeugt davon!

00:21:20: Ich bin unsicher, ich will viele Gründe nennen.

00:21:23: Wer drei nennt hat doch bereits verloren.

00:21:25: und drittens was statt dessen gilt?

00:21:29: Was sich anbieten kann.

00:21:30: Montag dreißig Minuten oder auf dem fünften Diesen Monats sieht super bei mir aus, da habe ich genug Terminspielraum.

00:21:38: Optional heißt du schuldest niemanden eine Alternative aber wenn Du eine anbetest dann mach aus einem Nein eine Struktur die Zwischenstufe für alle die noch nicht so weit sind.

00:21:52: Wenn Dir das direkte Nein im Moment zu groß ist nimm den Aufschubsatz und der könnte lauten Ich gebe dir morgen um zehn eine verbindliche Antwort.

00:22:03: Im Moment habe ich keinen Überblick.

00:22:06: Damit kaufst du dir genau das, was Katharina im Türrahmen gefehlt hat – Zeit!

00:22:12: Und du bleibst trotzdem verlässlich, du bleipst trotzdem verbindlich weil du dich auf einen Zeitpunkt festgelegt hast.

00:22:20: Ganz einfach flapsig gesagt heißt es gute Idee aber nicht jetzt.

00:22:25: und dann der schwierigste Teil nach dem Nein kommen drei bis fünf Sekunden stille.

00:22:31: Die musst du aushalten.

00:22:32: Da führt kein Weg dran vorbei!

00:22:35: Nicht nachlegen, nicht noch ein Argument nachschieben, nicht eine Idee was noch alles zu tun ist.

00:22:40: Spülst nicht weiß – lass es einfach im Raum stehen.

00:22:43: Nicht.

00:22:44: aber wenn das wirklich ganz dringend ist dann könnte ich vielleicht doch noch irgendwie etwas reinquetschen.

00:22:49: in diesen drei Sekunden wird entschieden ob dein Nein ein Nein war oder eine Einladung zu verhandeln.

00:22:58: Was Du damit entwickelst?

00:23:00: Was Du hier trainierst ist gerade Selbstwirksamkeit.

00:23:03: Das ist die dritte Säule meines INS-Modells, meines inneren Navigationssystems.

00:23:08: Selbstwirksamkeit ist nicht selbstbewusstsein und auch nicht selbstoptimismus.

00:23:15: Sie ist die durch Erfahrung begründete Überzeugung dass dein eigenes Verhalten tatsächlich einen Unterschied macht.

00:23:24: Das ist Selbstwirksamkeit.

00:23:27: Und diese Selbstwirksamkeit entsteht nicht durchs Einsicht, sie entsteht durch Wiederholung!

00:23:32: Beim ersten Mal ist es vielleicht schwierig, fühlt sich vielleicht sogar noch unangenehm an.

00:23:37: Beim fünften sechsten Mal ist das vielleicht angenehm aber es ist schon machbar.

00:23:43: Beim zehnten fünfzehnten mal fällt dir auf dass die Katastrophe, die du erwartest hast, doch dein Nein kein einziges Mal eingetreten ist.

00:23:52: Warum auch?

00:23:53: Du hast dich abgegrenzt.

00:23:55: Man sagt immer, ein Nein ist ein Ja zu sich selbst oder ein Ja zur einer anderen Situation zu einer anderen Person wie bei unserem Beispiel die Tochter mehr und im Alltag zeigt sich das ganz anders als die meisten Befürchten.

00:24:09: du wirkst nicht härter ja?

00:24:12: Du wirst berechenbarer Du hast Ecken und Kanten, an denen man dich einordnen kann.

00:24:17: Menschen wissen plötzlich woran sie bei dir sind!

00:24:20: Und das ist etwas, dass Teams von Führungskräften dringender brauchen als eine permanente Verfügbarkeit.

00:24:28: Mit einer immer verfügbaren Führungskraft kann man doch nicht planen – mit einer berechenbaren sehr wohl.

00:24:37: Komm mal zurück zu Katharina.

00:24:39: Vier Monate später wieder einen Freitag, wieder kurz vor Sieben.

00:24:44: Thomas steht wieder vor der Tür, der gleiche Satz.

00:24:48: Du hast du kurz?

00:24:50: Katharina sagt heute nicht, Thomas.

00:24:54: Montag neun Uhr dann können wir uns eine Stunde zusammensetzen.

00:24:59: und jetzt kommt der Teil den ich dir nicht unterschlagen möchte weil er es sonst zu glatt klingt.

00:25:05: Thomas war irritiert!

00:25:07: Der war nicht wütend, der war nicht beleidigt, der Ja okay gesagt und ist gegangen.

00:25:16: Und Katharina hat nach zwanzig Sekunden auf die geschlossene Tür immer noch gestarrt und gedacht, war das jetzt so hart?

00:25:26: War es zu hart?

00:25:27: Nein!

00:25:28: Es war nicht so hart.

00:25:29: Es war ungewohnt für Thomas – und das ist nicht dasselbe.

00:25:33: Deswegen war er

00:25:34: irritiert.".

00:25:35: Souveränität ist also nicht die Abwesenheit von Unbehagen, Souveranität ist die Fähigkeit das Unbehaken zu ertragen ohne die Entscheidung zurückzunehmen.

00:25:48: Und dann die Pointe, die mich bei diesen Prozessen immer wieder überrascht – am Montag um neun war das Thomas der in fünfzig Minuten erklärt hat was zu tun ist!

00:25:59: Nicht in sechzig Minuten, weil Thomas übers Wochenende auch Zeit hatte selbst noch mal darüber nachzudenken.

00:26:06: Er kam nicht mit einem Problem – er kam vielleicht schon mit zwei Optionen!

00:26:11: Das ist der Teil den fast niemand erwartet, denn nein macht die Menschen um dich herum nicht schwächer es macht sie selbstständiger.

00:26:19: und in dem Fall wirklich dass er selbständig weiter gedacht hat und auch schon Lösungen vorbereitet.

00:26:26: Wer immer alles auffängt, der sorgt doch dafür das niemand lernt zu fragen.

00:26:32: Wer immer verfügbar ist, der wird nicht die Menschen dazu animieren und führen selbst auch Lösungen zu entwickeln.

00:26:42: Schauen wir uns die üblichen drei Takeaways in meinem Podcast an.

00:26:46: Welche drei Dinge kannst du mitnehmen wenn du möchtest?

00:26:49: Erstens jedes Jahr es gleichzeitig ein Nein.

00:26:54: Die Frage ist nie, ob du Nein sagst.

00:26:56: Sondern nur wer bekommt die Rechnung und ob diese Person im Raum steht oder ob dieser Person nicht in dem Raum steht denn dann kann sie sich nicht mal wehren.

00:27:08: Zweitens das schlechte Gewissen kommt nicht vom Nein sondern von der Art wie Du es sagst.

00:27:14: Ein Grund reicht!

00:27:15: Der zweite dritte vierte Grund eröffnet Raum für Verhandlung.

00:27:21: Und Drittens Grenzen sind kein Rückzug aus der Verantwortung.

00:27:25: Ganz bestimmt nicht!

00:27:27: Sie sind die Bedingung dafür, dass du Verantwortung über Jahre tragen kannst – wer keine Grenzen zieht, der führt nicht.

00:27:35: Er verwaltet die Prioritäten anderer Leute.

00:27:38: So sieht für mich die bittere Wahrheit

00:27:40: aus.".

00:27:42: Ich lasse dich heute in diesem Podcast mit einer Frage zurück und ich würde euch bitten sie nicht sofort wegzuschieben.

00:27:50: Lass sie erst mal wirken.

00:27:51: vielleicht beschäftigst Du Dich sogar damit.

00:27:54: Denk an dein letztes spontanes Jahr, das letzte Ja mache ich.

00:27:59: Im Vorbeigehen Wer hat die Rechnung dafür bekommen?

00:28:04: Ich weiß Diese Person eigentlich!

00:28:14: In den Show-Notes findest du beide Übungen noch einmal schriftlich.

00:28:17: Den stillen Adressaten und das Nein in drei Sätzen zum Nachlesen, zum Ausprobieren aber auch gerne zum Weitergeben!

00:28:25: Und wenn du merkst dass dieses Thema bei dir nicht an der Formatierung hängt sondern eine Ebene tiefer bei der Frage wofür du eigentlich ja sagst dann findest Du in den Show Nots auch Informationen zu meinen Coaching & Mentoring Programmen.

00:28:41: genau daran können wir arbeiten.

00:28:45: Also bis zur nächsten Episode, vielen Dank fürs Zuhören und bleib mental souverän!

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